| Mount Kenya Nationalpark |
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Die zackigen Gipfel des mit 5199m höchsten
Berges Kenias thronen wie gewaltige Riesen über der Landschaft Zentralkenias.
Der nach dem Kilimandscharo zweithöchste Berg Afrikas hat drei Hauptgipfel, die
die Namen von Maasai-Ältesten tragen: Batian (5199m), Nelion (5188m), und
Lenana (4986m). Baitan und Nelion sind nur erfahrenen Kletterern zugänglich;
sie können auf verschiedenen Routen mit Schwierigkeitsstufen zwischen III und
VII bestiegen werden. Der Aufstieg zum dritthöchsten Gipfel Lenana erfolgt über
Schneefelder (keine Bergwände) und ist für Wanderer in guter körperlicher
Verfassung gut zu bewältigen.
Der Name Mount Kenya, nach dem auch das Land
benannt ist, prägte der Deutsche Missionar Ludwig Krapf, der das Bergmassiv
1840 als erster Weißer sah und mit seiner Nachricht „Schnee am Äquator" für
Furore sorgte. Die ansässigen Kikuyu nannten den Berg Kirinyaga, die
benachbarten Kamba Kinyaa und aufgrund eines Hörfehlers von Krapf mutierte er
zu Kenya. Den Kikuyu gilt der Berg als heilig, denn in ihm wohnt der Gott Ngai;
Die Schluchten und Wälder des Berges dienten ihren Freiheitskämpfern als
Versteck und haben manchen vor dem Tod bewahrt.
Lobelie (Bild: Christian N.)
Der Mount Kenya läßt sich in drei Vegetationszonen einteilen: Am Fuß des Berges
wachsen dichte Wälder, in denen eine Vielzahl von Tieren wie Elefanten,
Nashörner, Büffel, Leoparden, Bongoantilopen Buschwaldschweine und kleine
Affenarten lebt. Die Tiere sind jedoch sehr scheu und im dichten grün kaum
auszumachen. Der Mischwald weicht in höheren Lagen immer mehr einen Nadelwald,
in dem Koniferen, Wachholder und Waldlobelien zu sehen sind. Zwischendurch
gedeihen an besonders feuchten Stellen Bambusbestand und die Vegetation geht in
die Afroalpine Zone über: Kosobäume, spektaktuläre, riesige
Johanniskrautgewächse, mannshohe Lobelien, Senezien und Heidekraut bestimmen
auf den nächsten 800 Höhenmetern das Bild. Landschaftlich ist diese Zone durch
Hochmoore und Täler gekennzeichnet; hier lassen sich seltene Vogelarten
beobachten, darunter Lobelien- und Nektarstare, Weißschwanz- und Felsschmätzer,
Schakalbussarde oder Rotschwingstare. In den Geröllfeldern sprießen nur noch sporadisch einige widerstandsfähige Heidearten, und in den Gipfelregionen lassen die blanken Felsen, Gletscher und Schneefelder keine Vegetation mehr zu. Das Gebiet oberhalb von 3200m gehört zum Mount Kenya National Park. Bis an die Parkgrenzen führen Straßen, und so kann die Wanderung mit gewissem Höhenvorsprung beginnen. Unter guten Bedingungen ist es möglich, den Berg in nur zwei Tagen zu bezwingen. Es ist sehr gut erschlossen und kann aus allen Himmelsrichtungen angegangen werden. Dem Wanderer stehen unterschiedliche Unterkünfte und 30 verschiedene Routen zur Auswahl. Der Park umfasst eine Fläche von 715 km2.
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