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Safari zu den Elefantenwaisen E-Mail
title_elephant.jpgLiebe Gäste, Freunde und Besucher

Uns erreichte ein sehr authentisches und detailliertes Feedback zu unserer Safari "zu den Elefantenwaisen und die große Gnuwanderung" welches wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

So bekommt man einen wirklich guten Eindruck über den Ablauf der Reise welche im Oktober noch einmal durchgeführt wird. (weitere Informationen dazu hier)



Herr Christian H. schrieb:

Vielen Dank für Ihre freundliche Begrüßung zu Hause! Ich möchte Ihnen auch gleich ein Feedback zu meiner Reise geben.

Um es möglichst kurz auszudrücken: Ich war überwältigt und tief beeindruckt von den Erlebnissen dieser Reise, welche meine Erwartungen in jedem Fall erfüllt und in vielen Punkten sogar weit übertroffen hat!

Das Hotel in Nairobi war erstklassig und die Besuche in der Elefantenwaisenstation im Nairobi-Nationalpark ein sehr interessanter und bewegender Einstieg in die Reise. In Wirklichkeit steht natürlich hinter jedem der hier lebenden Elefantenbabys eine traurige Geschickte und manche Narbe, z.T. noch nicht verheilt, erinnert daran. Wenn man aber sieht wie gut sie sich inzwischen in der Nursery eingelebt haben und wie wohl sie sich offensichtlich auch fühlen (zumindest schien das zur Zeit meines Besuches so zu sein), dann kann man wirklich glauben, daß diese Elefanten eine zweite Chance erhalten haben und auf dem besten Weg zurück in ein "richtiges" Elefantenleben in der Wildnis zu sein. Eine beeindruckende Leistung des David-Sheldrick-Wildlife-Trusts und aller seiner Mitarbeiter/innen - vor allem Daphne Sheldricks und der Keeper.

Elefanten beim Spielen
Elefanten beim Spielen (Foto: Christian H.)
Ithumba finde ich einfach nur großartig und beeindruckend! Das Land ist zwar relativ wasserarm (nicht nur während der Trockenzeit), da es nur wenige und nochdazu weitverstreute Wasserstellen gibt, wodurch sich die hier lebenden Pflanzen und Tiere somit naturgemäß auf die jenigen Arten beschränken, welche mit diesen Bedingungen zurecht kommen.  Doch auch diese fand ich außerordentlich faszinierend. Entweder können sie lange Zeit ohne Wasser auskommen oder sie sind in der Lage die großen Entfernungen zwischen den einzelnen Wasserstellen zurückzulegen. Die Vegetation besteht überwiegend aus einem (Trocken-/Dornbusch-?)Wald (die fachlich korrekte Bezeichnung ist mir nicht ganz klar), der aber trotz der kargen Bedingungen z. T. sehr große Bäume zeigt - vor allem die beeindruckenden Baobabs. An Tieren sahen wir hauptsächlich Dik-Diks, Mangusten, Lesser-Kudus, Erdhörnchen, Warzenschweine und eine Vielzahl von Vogelarten wie Strauße, Glanzstare, Tokos, Go-Away-Vögel, Gabelracken usw. Darüberhinaus hatten wir das große Glück eine Zibetkatze zu sehen - und zwar direkt neben den Stockades, wo sie sich völlig unbeeindruckt von den Menschen längere Zeit aufhielt um nach Futter zu suchen, zu trinken und sich letztlich sogar zu einem Nickerchen hinlegte.

Wendy und Co (Foto: Christian H.)
Vor allem aber sahen wir hier Elefanten, Elefanten, Elefanten... Zunächst natürlich die derzeitigen Bewohner der Waisenstation, wenn ich mich recht erinnere sind es derzeit 14 Elefanten. Hinzu kam der bereits ausgewilderte Bulle Kora, der von Wilderen mit einem Pfeil verletzt worden war und dessen Wunde hier behandelt wird. Darüberhinaus sahen wir bei jedem Besuch an den Stockades und am Matschloch mehrere andere Ex-Waisen, die ebenfalls zu Besuch kamen. Und meistens zeigten sich auch mehrere wilde Elefanten, welche des Wasser und die Sicherheit vor Wilderern genossen. Bereits am ersten Besuch am Matschloch hatten wir nicht nur die Freude alle Waisenelefanten zu sehen und an der Fütterung mit Milch mitmachen zu dürfen sondern es zeigten sich auch fast alle Ex-Waisen, die in Ithumba bereits ausgewildert wurden sowie mehr als ein Dutzend wilde Elefanten. Insgesamt waren mehr als fünfzig Elefanten um uns versammelt: Waisen, Ex-Waisen und wilde Elefanten! Und wir mittendrinn - natürlich in Begleitung der Keeper. Es ist unglaublich beeindruckend wie souverän und sicher diese Männer mit den Elefanten umgehen! Nicht nur daß sie jeden einzelnen kennen sondern auch sie selbst werden von allen Elefanten erkannt und respektiert. Von den kleinen nach Milch verlangenden Waisen ebenso wie von den großen Ex-Waisen und den wilden Besuchern. Nur mit Hilfe eines Fingerzeiges und mit Worten können die Keeper Elefanten dazu bringen ihre Richtung zu ändern, Abstände einzuhalten oder zu einem bestimmten Platz zu gehen. Unglaublich - aber ich habe es selbst gesehen!

Für mich war es auch hoch interessant zu sehen wie stark das Vertrauen der wilden Elefanten in die Keeper ist. Sie wissen daß sie bei ihnen sicher sind. Ebenso wie ihnen anscheinend klar ist daß im Busch nicht nur Wilderer lauern, sondern sie wissen offenbar sogar daß dies es speziell auf die Stoßzähne abgesehen haben. Mehrfach hatte ich Schwierigkeiten bestimmte Elefantenbullen mit besonders langen Stoßzähnen zu fotografieren, da diese sich entweder immer wieder hinter anderen Elefanten versteckten oder sogar von diesen abgeschirmt wurden. Anfangs dachte ich noch an Zufall - aber als sich das ständig wiederholte kam mir allmählich der Verdacht daß dies ein wohl überlegtes absichtliches Verhalten war. Benjamin, der Chef-Keeper von Ithumba und auch unser Fahrer Francis bestätigten mir beide meine Beobachtung, die sie selbst schon viele Male gemacht hatten.

Das alles war für mich persönlich schon das absolute Highlight dieser Reise. Hinzu kam aber noch das Camp von Ithumba, in dem wir untergebracht waren. Für mich ist es einfach phantastisch! Klein, einfach, aber mit allem ausgestattet was wirklich notwendig ist - inkl. Dusche unter freiem Himmel - und sehr, sehr freundlichem und hilfsbereitem Personal. Der Koch, Mr. Whitcliff, verwöhnte uns jeden Tag mit den leckersten Gerichten und man fragte sich wie er das hier mit den relativ einfachen Mitteln, welche ihm zur Verfügung standen, schaffen konnte.

Sehr positiv fand ich hier außerdem daß unser Guide Francis mit uns am Tisch saß und zusammen mit uns die Mahlzeiten einnahm. Francis ist ebenso kompetent wie souverän, freundlich, humorvoll und hilfsbereit. Es war immer interessant mit ihm zusammen zu sitzen und sich über die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Dabei liess er uns immer an seinen reichen Erfahrungen und seinem großem Wissen über die betreffenden Regionen, Menschen, Tiere oder Pflanzen, welche gerade Gegenstand des Gespräches waren, teilhaben.
Also Ithumba war einfach großartig - viel großartiger als ich es beschreiben kann! So viel auch der Abschied nicht leicht.

Wilde Bullen (Foto: Christian H.)
Die nächste Station war Voi im Süden des Tsavo-East-Nationalparks. Der Weg dorthin führte uns mitten durch den Nationalpark und wir sahen so interessante und schöne Plätze wie den Tivu-River - eine Art grüne Oase im Trockenwald - und den Galana-River. Auch hier waren Tierbeobachtungen möglich. Neben Elefanten und anderen bereits aus Ithumba bekannten Arten kamen nun noch neue Spezies hinzu wie z. B. Zebras, Büffel, Giraffen usw.

Der Südteil des Tsavo-East-Nationalparks sowie auch die Voi-Safari-Lodge waren mit bereits von einem früheren Besuch bekannt. Ehrlich gesagt finde ich die hier vorherrschende Vegetation - Steppe mit niedrigem Gebüsch - nicht so ansprechend wie den Wald von Ithumba. Auch die Voi-Safari-Lodge, welche ja auf Massentourismus eingestellt ist, fällt in meinen Augen weit hinter das Camp von Ithumba zurück. Die Tierwelt weist zwar mehr Arten auf, aber viele sind in dem Buschland trotzdem nur schwer auffindbar - vor allem die großen Katzen, von denen wir nur eine Löwin zu Gesicht bekamen. Darüberhinaus konnten wir auch die Stockades von Voi nur zweimal relativ kurz besuchen und trafen dabei auch wirklich nur die gerade hier lebenden Elefantenwaisen an. Weder Ex-Waisen noch wilde Elefanten waren zu Besuch. Das alles war mir allerdings schon vorher bekannt und daher möchte ich also keinesfalls sagen daß ich von Voi enttäuscht gewesen wäre.
Im Gegenteil fand ich es wichtig auch die Station von Voi und die hier lebenden Elefantenwaisen kennenzulernen. Auch ist der Unterschied zwischen Ithumba und Voi interessant zu beobachten - und Voi hat immerhin als Highligts eine spektakuläre Aussicht von der Voi-Safari-Lodge und auch eine gutes "Photo-Hide" am Wasserloch zu bieten.

Voi ist für mich also auf alle Fälle ein wichtiger Bestandteil der Reise gewesen, den ich nicht missen möchte. Auch die Begegnungen mit den hier lebenden Elefantenwaisen waren mir sehr wichtig. Aber insgesamt hat es mir in Ithumba eben doch noch weit besser gefallen und ich hätte es daher vielleicht vorgezogen zuerst nach Voi zu fahren um dann durch den anschliessenden Besuch in Ithumba den Standard noch einmal bedeutend zu erhöhen. Allerdings muss ich auch zugeben daß der von uns zurückgelegte Weg nach Ithumba - zuerst touristisch stark genutzte Strecke auf der Hauptstraße Nairobi-Mombasa mit Raststationen, Souvenierläden und entsprechen auf Touristen fixierten Verkäufern, dann plötzlich unbefestigte Nebenstrecke abseits der üblichen Touristenwege, keine Raststationen aber auch keine Souvenierläden und Verkäufer mehr, statt dessen eher echte, wenn auch kurze, Einblicke in das Leben der Menschen im "Hinterland" - sehr interessant war. Vor allem wenn man am Ende dann eben Ithumba erreichte. In umgekehrter Reihenfolge hätte dieser Weg wohl nicht dieselbe Wirkung erzielt. Von daher bin ich mir nicht wirklich sicher ob die Reihenfolge Ithumba-Voi umgekehrt werden sollte.
Was aber bestimmt viele Elfantenfreunde begrüßen würden wäre wohl wenn die Aufenthalte bei den Voi-Elefanten-Waisen verlängert werden könnten. Evlt. kann man auch hier Besuche am Matschloch ermöglichen? Vielleicht besteht dann auch eher die Chance die Waisen zusammen mit Ex-Waisen oder sogar wilden Elefanten zu erleben. Dies würde den Besuch in Voi bestimmt deutlich aufwerten.

Nach Voi folgte eine relativ lange Fahrt über Nairobi - wo wir die Zentrale von Sunworld Safaris kennenlernen durften, was wir alle sehr interessant fanden - nach Naivasha. Die Fahrt war doch zeitaufwändig und daher blieb letztlich nur relativ wenig Zeit für die Wanderung auf Crescent-Island. Auch die Naivasha-Sopa-Lodge erreichten wir erst spät und konnten sie daher nicht wirklich kennenlernen. Aber das war für mich auch kein wirkliches Problem, da ich dieses Reiseziel ohnehin nur als Zwischenstop auf dem Weg in die Masai-Mara betrachtet hatte. Es wurde allerdings der Vorschlag gemacht ob man den Zwischenstop in Naivasha nicht evtl. durch einen Zwischenstop im Amboseli-Nationalpark ersetzen könnte. Dieser wäre räumlich nicht soweit von Tsavo-East und zumindest nicht weiter von der Masai-Mara entfernt als der Lake Naivasha. Als "Elefanten-Park" würde er sich auch gerade für Elefantenfreunde von besonderem Interesse sein. Aber trotzdem war der Stop am Lake Naivasha wie wir ihn gemacht haben für mich absolut in Ordnung.

Danach folgte dann schliesslich als letztes Reiseziel die Masai-Mara, wo wir vier Nächte im Mara Bush Camp untergebracht waren. Dies ist für mich persönlich nach Ithumba ganz klar das zweite Highligt dieser Reise gewesen.

Löwe Masai Mara
Die Artenvielfalt an großen Wildtieren ist enorm. Ich denke daß hier weltweit nur noch die Serengeti mithalten kann. Nur daß die verschiedenen Arten in der Serengeti über ein viel größeres Gebiet verstreut sind und daher in der Masai-Mara viel leichter und schneller zu finden sind. Besonders beeindruckend fand ich neben den diversen Huftierarten wie Zebras, Antilopen und Büffel vor allem die großen Katzen: Löwen, Leoparden und Geparde sowie - natürlich - die Elefanten. Sie alle waren häufig und z.T. in großer Zahl zu sehen - vor allem aber auch noch in Positionen, die geradezu ideale Bedingungen zum Fotografieren oder Filmen boten. So etwas habe ich - auch bei einem früheren Aufenthalt in der Mara - noch nicht erlebt!
Natürlich gibt es hier mehr Touristen als in Ithumba, aber es war bei weitem nicht so überlaufen wie in Voi. Manchmal musste man sich einige Löwen oder andere Tier zwar schon mit mehreren anderen Safari-Fahrzeugen teilen - aber es kam auch vor daß wir ein Löwenrudel ganz für uns "allein" hatten und in aller Ruhe beobachten konnten wie die Jungen spielten, von ihrer Mutter geputzt wurden oder wie das Männchen das erlegte Zebra ohne großes Aufhebens für sich in Anspruch nahm... Und schliesslich kamen die Gnus! Ich hatte tatsächlich nicht besonders fest daran geglaubt Zeuge der Great-Migration der Gnus zu werden. Aber es kam anders. Riesige Herden aus tausenden von Tieren zogen über die Hügel und durch die Täler. Teilweise waren wir auf allen Seiten von Gnus umgeben, dazwischen auch Zebras, Topis, Elenantilopen und - mehr abseits - Thompson-Gazellen. Ein unglaublicher Anblick! Und nur schwer in Worte zu fassen!

Hier zeigten sich besonders auch die hervorragenden Kentnisse unseres Guides Francis, der die Masai-Mara und ihre Tiere anscheindend kennt wie andere Leute ihren Garten! Er hielt natürlich an jeder Stelle an, an der wir ein Foto machen wollten, aber er kannte zusätzlich immer noch einen anderen Punkt, an dem die Aussicht noch schöner war und der noch bessere Bedingungen zu Fotografiern bot!

Das Mara Bush Camp war der ideale Ort um die Zeit in diesem phantastischen Gebiet zu verbringen. Die Lage am Flussufer mitten im Wald ist einfach großartig. Die Zelte und ihre Ausstattung sind toll. Die Angestellten - von der Campmanagerin Sabine über den Koch, Service im Restaurant und in den Zelten bis zu den Massai-Askaris - waren alle sehr, sehr freundlich, hilfsbereit, kompetent und souverän! Ich möchte ihnen allen an dieser Stelle ein großes Lob aussprechen und mich für den angenehmen Aufenthalt im Mara-Bush-Camp, zu dem sie maßgeblich beigetragen haben, aufs herzlichste bedanken!

So, das waren nun also meine Endrücke von der Reise in "Kürze" gewesen.
Ich kann nur noch einmal widerholen, daß ich von den Erlebnissen - vor allem in Ithumba und in der Masai-Mara, aber auch in Nairobi und in Voi - tief beeindruckt war. Es war eine große Freude das alles zu erleben!
Von Vorteil war natürlich auch daß meine Mitreisenden und ich uns sehr gut verstanden haben - das meine ich zumindest und hoffe mich nicht getäuscht zu haben. Das macht so eine Reise dann noch leichter und angenehmer.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meinen Schilderungen so einigermaßen vermitteln wie ich die Kenia-Reise erlebt habe und wie sehr sie mir gefallen und mich begeistert hat.

Sobald ich wieder etwas Luft habe werde ich gerne auch einen Eintrag in Ihrem Gästebuch vornehmen.

Für heute verbleibe ich mit herzlichen Grüßen

Christian H.